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Beim FC Berlin 23 kickt der ganz junge Nachwuchs

Fußballvereine benennen sich häufig nach ihrem Gründungsjahr. Nicht so der FC Berlin 23. Denn der ist gerade mal vier Jahre alt.

VON MARSIDA LLUCA

FC Berlin in der tazFC Berlin, FC Berlin, wir spielen und singen auch bei Regen, wir sind ein Team", ertönt es vom Kunstrasenfeld in der Storkower Straße in Lichtenberg. Hier kicken die 4- bis 6-jährigen vom Fußballclub Berlin 23; trotz des schlechten Wetters lassen sie sich nicht vom Trainieren abbringen. Dazu gehört Parcourslaufen genauso wie das Spielen in Teams. Schießen in eine bestimmte Richtung klappt noch nicht so ganz: Alle rennen durcheinander, dem Ball hinterher. Trainer und Vereinsgründer Holger Zimmermann, in Sportanzug und Kappe, bleibt gelassen: "Hauptsache, die Kinder bewegen sich viel und haben Spaß dabei. Man muss es nicht so ernst nehmen mit der Technik."Beim FC Berlin 23 spielen Kinder von 4 bis 12 Jahren Fußball. Zwei- bis dreimal die Woche wird trainiert, am Samstag ist Spielbetrieb oder Training. Doch der Verein ist nicht wie jeder andere Club: Ausgebildete Trainer fördern die Kinder früher als üblich, die Freude am Spielen steht an zentraler Stelle. Zusätzlich gibt es ein besonderes Projekt: Einen Shuttleservice, der die Kinder von der Kita oder Schule abholt und nach dem Fußballtraining wieder zurückbringt. Die Eltern zahlen dafür 5 Euro extra zum monatlichen Vereinsbeitrag von 20 Euro. Christina Zimmermann koordiniert das Kita-Projekt und fährt selbst zu den etwa 20 Kitas. "Vor allem für Beruftstätige ist dieser Service praktisch", sagt sie.

Als ihr Mann vor vier Jahren den FC Berlin 23 gründete, entnahm er die Ziffer dem Film "23, nichts ist so wie es scheint", der von einem Computerhacker und der magischen Zahl 23 handelt. "Ich brauchte vor dem Amtsgericht einfach eine Zahl", erklärt Holger Zimmermann. 2006 kicken bereits die ersten Kinder im Verein, rund 140 sind es inzwischen. 90 Prozent von ihnen sind im Kita-Projekt, an dem auch Mädchen - allerdings nur wenige - teilnehmen.

Zum Abschluss des Trainings bilden alle einen Kreis und legen sich die Arme um die Schultern. So wird der Teamgeist gestärkt, wie bei den Profis. Mika strahlt. Der Sechsjährige hat gerade noch Torschüsse geübt. "Ich bin Angreifer", verkündet er stolz.

Holger Zimmermann wollte einen eigenen Club gründen, um neben der üblichen Vereinsmeierei etwas Anderes machen. "Die Nachwuchsausbildung heutzutage ist grottenschlecht", stellt er fest. Ein Jahr lang werde bisweilen in den Clubs nur über die Trikotfarbe gestritten. Die Kinder und das Fußballspielen stünden dabei nicht im Vordergrund. Er habe das selbst als Trainer erlebt. Und da es sich für den Spielbetrieb nicht lohne, Kinder zwischen vier und sechs zu trainieren, werde das Geld in die Männermanschaft gepumpt.

Frühe Förderung sollte aber nicht mit frühen Wettbewerb gleichgesetzt werden - damit nehme man Kindern die Freude am Kicken. Es sei Quatsch, den Spielbetrieb mit Sechsjährigen anfangen zu lassen. Als G-Jugend, und somit jüngste Klasse, spielen die bereits auf Turnieren. "Die Kleinen müssen samstags morgens um halb sieben los und keiner trifft den Ball, das ist nicht schön", sagt Zimmermann.

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Lektion 3:

Eines der beliebtesten Themen unter Fans sind die Trainer. Es werden gar Wetten auf den kommenden Rauswurf eines Trainers abgeschlossen. Maßen Sie sich kein individuelles Urteil an, doch deckeln sie jegliche Gespräche mit dem Spruch:

»Ein Trainer kann noch so gut sein. Was zählt, ist der Erfolg.«

Sie werden in der Regel Kopfnicken ernten. Und falls nicht, setzen Sie noch die gute, alte Udo-Lattek-Anekdote oben drauf. Erzählen Sie, wie er als Trainer zum Präsidenten ging und sagte, dass sich etwas ändern müsse. »Der Präsident sagte: Es wird sich etwas ändern. Sie sind entlassen.« Genießen Sie das Glucksen der Umstehenden oder wahlweise den herzlichen Applaus. Sollten Sie Bedenken haben, dass diese Anekdote sich irgendwann abnutzen könnte, so seien Sie beruhigt: Das hat Udo Lattek auch nicht gestört.

 

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