„Lebe Fußball mit dem FC Berlin“

Holger Zimmermann gründet einen Verein

Eigentlich ist Holger Zimmermann einer, der seine Angelegenheiten gerne geklärt und geordnet haben möchte. Das betrifft die großen Dinge im Leben, aber auch die kleinen Alltäglichkeiten. Zum Beispiel trinkt er morgens in einem Kaffeehaus in Ruhe seinen Kaffee. Regelmäßig um 8.00 Uhr strebt er seinen „Stammplatz" an, nachdem er seinen Sohn Gerry einige Straßen weiter in die Schule gebracht hat. Mit dem ersten Schluck werden die Sportseiten diverser Zeitungen aufschlagen. Das ist der Inbegriff eines guten Tagesbeginns für den 1967 in Baumschulenweg geborenen Berliner. Er sitzt bevorzugt an ein und demselben Tisch. Das ständige Gewechsle anderer Leute kann er nicht verstehen, meint der Mann, dessen beruflicher Werdegang im krassen Gegensatz zu dem Kaffeehausritual zu stehen scheint. Zwar charakterisieren ihn feste Gewohnheiten, doch sein tabellarischer Lebenslauf ist dennoch ein Beweis dafür, dass er bei seiner beruflichen Karriere nicht nur an einem Tisch sitzen geblieben ist. Wenn es galt und gilt, sich mit Mut und Zuversicht den Veränderungen des Lebens zu stellen und dabei eigene Visionen zu verwirklichen, nahm und nimmt er Hindernisse und Umwege gelassen in Kauf. Mit Erfolg, wie man sieht, denn 2005 erfüllte er sich einen Traum: Er gründete einen eigenen Fußballverein, den FC Berlin 23.

Denn bei seinen Tätigkeiten als Vizepräsident beim BFC Dynamo und als Präsident des Berliner AK wird Zimmermann nicht glücklich. Er kann sich mit der Vereinsmeierei, dem ständigen Wechsel von Ansprechpartnern und dem auseinanderklaffenden Unterschied von Anspruch und Wirklichkeit insbesondere in der Jugendarbeit auf lange Sicht nicht anfreunden. Er kommt da an, wo er heute steht: Er beginnt seine Idee vom Fußball mit der Gründung des FC Berlin zu verwirklichen. Zuerst schreibt er ein Buch zum Thema Fußballtraining für Kinder. Titel „Bälle an den Fuß und los". Im Mai 2005, gründet Holger Zimmermann den FC Berlin mit einem Ziel: eine leistungsstarke Jugendabteilung aufzubauen. Und natürlich hegt er die Hoffnung, irgendwann später vielleicht auch noch eine attraktive Männermannschaft zu gründen. Der Verein soll mit kompetenten Partnern und gut ausgebildeten Trainern funktionieren, aber ohne Rangelei um Posten, die Prestige versprechen. Kinder und Jugendliche sollen mit Freude am Spiel ausgebildet werden, ohne brüllende Trainer am Spielfeldrand. „Bälle an den Fuß und los..." ist das Motto, denn Fußballspielen lernt man nur durch Fußball spielen.

Nach fünf Jahren FC Berlin, im Dezember 2010, spielen bereits über 200 Kinder im Alter von 4-12 Jahren beim FC Berlin. Es gibt fünf Mannschaften im Spielbetrieb und ein KITA – und Schulprojekt Projekt. Hier werden die Kinder von der Schule oder der KITA abgeholt und zum Training und wieder zurück gefahren.

Der FC Berlin hat bereits den „Stern des Sports" und den Innovationspreis des Landessportbundes gewonnen. Im Rahmen der Initiative „be berlin - Ein Gesicht für Berlin 2010" wurde Holger Zimmermann für seine ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet, mit einem Foto an der Berliner Siegessäule präsentiert und am 2.12.201 vom Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit empfangen

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Lektion 3:

Eines der beliebtesten Themen unter Fans sind die Trainer. Es werden gar Wetten auf den kommenden Rauswurf eines Trainers abgeschlossen. Maßen Sie sich kein individuelles Urteil an, doch deckeln sie jegliche Gespräche mit dem Spruch:

»Ein Trainer kann noch so gut sein. Was zählt, ist der Erfolg.«

Sie werden in der Regel Kopfnicken ernten. Und falls nicht, setzen Sie noch die gute, alte Udo-Lattek-Anekdote oben drauf. Erzählen Sie, wie er als Trainer zum Präsidenten ging und sagte, dass sich etwas ändern müsse. »Der Präsident sagte: Es wird sich etwas ändern. Sie sind entlassen.« Genießen Sie das Glucksen der Umstehenden oder wahlweise den herzlichen Applaus. Sollten Sie Bedenken haben, dass diese Anekdote sich irgendwann abnutzen könnte, so seien Sie beruhigt: Das hat Udo Lattek auch nicht gestört.

 

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